Barcamp auf dem Hamburg Innovation Summit

Gestern fand auf dem Gelände des ZAL (Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung) der Hamburg Innovation Summit statt. Eine Chance für die Windcloud GmbH sich und ihre Geschäftsidee den Teilnehmern zu präsentieren und weiterführend zu diskutieren. Im Rahmen der Barcamp-Session zum „Technologie- und Innovationsstandort Hamburg“ wurde sich unter dem programmatischen Titel „Globaler Cloud-Service aus lokaler Windenergie“ über die Besonderheiten eines grünen Rechenzentrums ausgetauscht.

Im Fokus standen dabei die infrastrukturellen Vorteile, die sich aus der Entscheidung ergeben, das Rechenzentrum unmittelbar neben dem mit Hybridspeicher ausgestatteten Windpark in Nordfriesland zu bauen. Windcloud konnte zeigen, dass dadurch eine tatsächliche Versorgung mit grünem Strom garantiert und gleichzeitig ein kostengünstigerer Betrieb als bei anderen Rechenzentren möglich ist. Zudem wurde der hohe Anspruch des Unternehmens an die Datensicherheit erörtert, der mit dem Daten- und Unternehmensstandort Deutschland sichergestellt wird.

 

Grüner Standortvorteil

Von den Teilnehmern wurde die Wahl des Standortes positiv kommentiert und auch für andere Unternehmen und Industrien als sinnvoll erachtet: Die Industrie dort ansiedeln, wo die Energie dezentral produziert wird, anstatt sie über weite Strecken in die industriellen Zentren zu transportieren. Dabei wurde auch der Vergleich zum Ruhrgebiet zu Zeiten der Industrialisierung eingebracht. Damals hatte sich die für die wirtschaftliche Entwicklung revolutionäre energieintensive Schwerindustrie im Ruhrgebiet aufgrund der Kohlevorkommen angesiedelt.

Das Geschäftsmodell von Windcloud bilde quasi ein grünes Exempel für einen in Zukunft stark wachsenden Markt, wie es vor etwa 200 Jahren im Ruhrgebiet der Fall war: Damals als Beginn der Ära des anthropogenen CO2-Austoßes, heute als Start in ein grünes Zeitalter. Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Idee sich, aufgrund der vielfältigen Standortoptionen für erneuerbare Energien, dezentral und grün weiterverbreiten könne. Dabei ergebe sich gleichzeitig die Möglichkeit positive wirtschaftliche Effekte für ländliche Räume zu erzielen.

 

Abwärme sinnvoll nutzen

Darauf aufbauend diskutierten die Teilnehmer die Frage, wie sich die Abwärme des Rechenzentrums nutzen lässt, um die ökologische und wirtschaftliche Effizienz noch weiter zu steigern. Dabei wurden hinsichtlich differierender Temperaturen verschiedene Szenarien erörtert, etwa die Nähe der Rechenzentrums zu Dänemark, in dem ein Großteil der Haushalte ans Fernwärmenetz angeschlossen sind. Andere Vorschläge sahen stärker die geographisch direkte Nutzung der Abwärme, etwa für den Anbau von Lebensmitteln.